Schuhmacher/in


Schuhmacher

Ausbildung zum/zur Schuhmacher/in

Die meisten Schuhe in Deinem Schrank sind sicherlich in einer Fabrik gefertigt worden. In Deiner Ausbildung zum/zur Schuhmacher/in lernst Du aber, wie Du einen Schuh in Handarbeit herstellst und dabei auf eine perfekte Passform sowie eine exakte Verarbeitung achtest. Du stellst Einzelstücke her, die besonderen Anforderungen gerecht werden und für höchsten Tragekomfort sorgen. Du erfährst, wie Du Schuhe ausbesserst, reparierst oder mit neuen Absätzen versiehst. Du nimmst Maß, fertigst Skizzen und schneidest die Materialien, also Leder oder Stoff, zu. Kennst Du den Begriff „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“? Als Schuhmacher/in ist ein Leisten ein wichtiges Arbeitsgerät. Dabei handelt es sich um ein Modell aus Holz, dass Du mit einer Raspel bearbeitest, bis es exakt den Maßen Deines Kunden entspricht. Hast Du alle Vorbereitungen getroffen, fertigst Du nun den gewünschten Schuh. Du klebst und nähst die einzelnen Bestandteile zusammen.

Schon gewusst?

  • Bis zum 2. Weltkrieg gab es in Deutschland noch den Beruf des/der Holzschuhmachers/in. Bis zu diesem Zeitraum waren Holzschuhe hier nämlich ein weit verbreitetes Kleidungsstück.
  • Sneaker sind derzeit voll im Trend und teilweise beliebte Sammlerstücke. Der teuerste Sneaker der Welt, ein Nike Air Jordan 12 „Flu Game“, der von Michael Jordan getragen wurde, wechselte für 104.765 US-Dollar den Besitzer.
  • Für die Fertigung eines ganz normalen Schuhs benötigt ein/e Schuhmacher/in ca. 30 bis 40 Stunden.

Eine Ausbildung zum/zur Schuhmacher/in ist eine passende Wahl, wenn…

  • Du sehr sorgfältig arbeitest und Du ganz genau auf die Maßangaben achtest.
  • Dir eine gute Beratung Spaß macht.
  • Du ein Faible für Schuhe hast.

Der Beruf Schuhmacher/in eignet sich nicht für Dich, wenn…

  • Du über handwerkliches Geschick verfügst.
  • Du keine Lust hast, die Entwürfe anderer Leute umzusetzen.
  • Du allergisch auf den Geruch von Kleber reagierst.

Karriere und Perspektiven als Schuhmacher/in

Falls Du Dich nach Abschluss Deiner Ausbildung weiter spezialisieren möchtest, gibt es noch einen interessanten Ausbildungsberuf in diesem Bereich. Als Orthopädieschuhmacher/in fertigst Du Maßschuhe für Füße mit Fehlstellungen. In der Regel darfst Du die Ausbildung verkürzen, wenn Du Deine Abschlussprüfung zum/zur Schuhmacher/in erfolgreich abgelegt hast. Weniger individuell ist eine Tätigkeit als Schuhtechniker/in, denn hier stellst Du die Grundmodelle her, die später in der Serienproduktion verwendet werden oder Du überwachst und optimierst die Arbeitsabläufe in der Schuhproduktion. Führungsaufgaben warten nach der Weiterbildung zum/zur Schuhmachermeister/in auf Dich. Die Meisterprüfung ist aber nicht zwingend erforderlich, falls Du Dich als Schuhmacher/in selbständig machen möchtest.

Fakten

Dauer der Ausbildung:

3. Jahre

Ausbildungsvergütung:

durchschnittlich
1. Jahr: 343 Euro
2. Jahr: 412 Euro
3. Jahr: 475 Euro

Deine Lieblingsfächer:

  • Mathematik
  • Werken
  • Technik

Das solltest Du mitbringen:

  • Handwerkliches Geschick
  • Sorgfalt
  • Kunden­ und Serviceorientierung

Perspektiven nach der Ausbildung:

  • Schuhmachermeister/in
  • Techniker/in – Schuhtechnik (Modellgestaltung)
  • Textil-, Bekleidungstechnik (grundständig)