Lohn- und Gehaltsabrechnung: Behalte den Durchblick!


Lohn- und Gehaltsabrechnung

Gehörst Du zu den Azubis, die bei ihrer Lohn- und Gehaltsabrechnung nur schauen, wie hoch der Betrag unter dem Strich ausfällt? Keine Angst vor der Abrechnung! Wir von azubify.de erklären Dir kurz und knackig, was was bedeutet.

Die erste eigene Lohn- oder Gehaltsabrechnung ist etwas Besonderes – Du reißt den Brief erwartungsvoll auf und … steigst nicht durch. Nicht gut, denn Fehler in der Abrechnung können bares Geld bedeuten. Deshalb gibt es nun den Crash-Kurs zum Thema Gehaltsabrechnung verstehen. Los geht’s!

Löhne und Gehälter: Dort liegt der Unterschied

Die Verständnisprobleme starten meist schon mit der Bezeichnung: Häufig wird mit Lohn und Gehalt die gleiche Sache bezeichnet, nämlich das Geld, das Du als Gegenwert für Deine Arbeitsleistung bekommst. Der eigentliche Unterschied ist: Angestellte bekommen ein Gehalt, Arbeiter (die häufig nach Stunden bezahlt werden) bekommen dagegen Lohn. Azubis können je nach Branche mit ganz unterschiedlichen Gehältern rechnen.

Oben auf der Abrechnung stehen Deine persönlichen Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuerklasse), die Anzahl Deiner Urlaubstage sowie der Abrechnungszeitraum.

Netto- und Bruttogehalt

Die Unterscheidung zwischen Netto- und Bruttogehalt ist ein wichtiger Punkt, wie viele schnell feststellen. So mancher hat sich schon über ein hohes Gehalt gefreut, das sich dann als Brutto-Betrag entpuppte. Wir erklären dir den Unterschied: Das Auszubildenden Bruttogehalt ist der Verdienst (oder auch das Arbeitsentgelt), den Du von Deinem Arbeitgeber komplett gezahlt bekommst. Hiervon werden aber noch Steuern und weitere Abgaben gezahlt. Sind die abgezogen, dann ist das, was übrigbleibt und ausgezahlt wird das Auszubildenden Nettogehalt. Erst jetzt weißt Du, wieviel Euro Du im Monat zur Verfügung hast.

Gut zu wissen: Mit cleveren Spartipps holst Du noch mehr aus Deinem Nettogehalt heraus!

Steuerrechtliche Abzüge

Jetzt geht es weiter ins Detail: Von Deinem Gehalt oder Lohn geht zunächst erst einmal die Lohnsteuer bzw. Einkommenssteuer ab. Die variiert in der Höhe, je nachdem in welcher Lohn-Steuerklasse Du einsortiert bist. I ist für Singles, III dagegen für Verheiratete. In dem Betrag enthalten ist in der Regel auch der Solidaritätszuschlag, kurz „Soli“ genannt. Hierbei handelt es sich um einen Betrag, den alle Arbeitnehmer in Deutschland zur Wiedervereinigung von Ost und West zahlen müssen.

Wenn Du einer Kirche angehörst, so wird außerdem noch die Kirchensteuer direkt von Deinem Gehalt abgezogen.

Schon gewusst? Auch als Azubi kannst Du eine Steuererklärung machen und einige Ausgaben absetzen. So bekommst Du eventuell ein paar Deiner Kosten zurückerstattet.

Wie gestalten sich Abzüge für Azubis?

Achtung! Unterschreitet Dein Bruttogehalt den sogenannten Grundfreibetrag (dieses liegt also unter der Geringverdienergrenze), musst Du keine Lohnsteuer zahlen. Dieser liegt aktuell bei 9.000 Euro jährlich. Verdienst Du demnach nur 450 Euro im Monat, liegt Dein Jahresgehalt unter dem Betrag und Du musst keine Lohnsteuer entrichten. Jobbst Du noch nebenbei und hast eine geringfügige Beschäftigung, so kann es sein, dass Du die Grenze überschreitest. Daher solltest Du einen Nebenjob in der Ausbildung unbedingt beim Arbeitgeber anmelden. Behalte außerdem im Blick, dass die Höhe der Ausbildungsvergütung mit jedem Jahr steigt!

Ein weiterer Punkt, der ordentlich zu Buche schlägt sind die Sozialversicherungsbeiträge. Hierzu zählen die Beiträge für die Krankenkasse (KV: 14,6 Prozent), die Pflegeversicherung (PV: 2,55 Prozent, ab dem 23. Lebensjahr plus 0,25 Prozent) sowie Einzahlungen in die Rentenkasse (RV: 18,7 Prozent). Vorteilhaft für Dich ist dabei, dass der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge zur Hälfte übernimmt.

Azubi Gehalt – Geldwerte Vorteile und Co.

Zum regelmäßigen Gehalt kommen teilweise noch einmalige Sonderzahlungen hinzu, etwa Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld. Manchmal gibt es Bonuszahlungen, wenn das Geschäftsjahr gut lief. Solche Beträge werden dann zu Deinem „normalen“ Gehalt hinzugerechnet und sind natürlich ebenfalls steuer- und abgabenpflichtig.

Daneben gibt es noch Zahlungen, die unter den Begriff geldwerter Vorteil fallen. Klassiker sind Dinge wie eine Monatskarte oder freies Essen in der Betriebskantine. Diese sind steuerfrei, wenn sie nicht über 44 Euro im Monat liegen und Sachbezüge sind (d.h. sie werden nicht bar ausgezahlt). Insofern gehört hierzu auch eine betriebliche Altersversorgung oder vermögensbildende Leistungen.

Jetzt alles klar? Falls Du dir unsicher bist, ob Dein Verdienst wirklich korrekt errechnet wird, kannst Du Dich an die Industrie- und Handelskammer wenden: Die IHK checkt Gehaltsabrechnungen für Azubis. Da bist Du auf der sicheren Seite!

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