Weiterbildung nach der Ausbildung: Wann lohnt sich diese?


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Ausbildung abgeschlossen – und was dann? Tatsächlich hast Du in Deutschland dank zahlreicher Aufstiegsweiterbildungen beste Chancen auf eine Top-Karriere. Welche Optionen Dir offenstehen und alle anderen Informationen zur Weiterbildung haben wir von azubify.de für Dich zusammengestellt.

Weiterbildung absolvieren: Welches sind die Voraussetzungen?

Egal in welchem Bereich Du Deine Ausbildung gemacht hast, wenn Du mit Weiterbildungsmöglichkeiten liebäugelst, musst Du zunächst einige Voraussetzungen erfüllen. Konkret sind das eine abgeschlossene Ausbildung sowie danach einige Zeit der Berufserfahrung. Je nachdem beträgt die Dauer der Weiterbildung dann zwischen 1,5 bis 3 Jahre. Dies hängt z.B. auch davon ab, ob Du sie in Vollzeit oder Teilzeit absolvierst. Manchmal ist sogar ein Fernstudium möglich. Die Prüfungen werden später vor der Handwerkskammer (HWK) oder der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt. Dadurch gilt Dein Abschluss als „staatlich anerkannt“. Das Prädikat „staatlich geprüft“ gibt es nur, wenn die Abschlussprüfung vor einer Behörde abgelegt wird.

Welche Qualifizierungen gibt es bei der Weiterbildung?

Welche Form der Weiterbildung für Dich als Azubi später infrage kommt, hängt zunächst erst einmal davon ab, in welchem Bereich (handwerklich, technisch, kaufmännisch, gestalterisch) Du ausgebildet wirst. Denn je nachdem gibt es unterschiedliche Optionen.

Qualifizierung zum/zur Meister/in

Bist Du in einem handwerklichen Beruf tätig, etwa als Dachdecker, Friseur, Augenoptiker, Goldschmied oder Schornsteinfeger? Dann steht Dir eine Meisterausbildung offen. Dies ist der nächste Karriereschritt, wenn Du Deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen bzw. Deine Gesellenprüfung bestanden hast.

Die Ausbildung wird an einer Meisterschule durchgeführt, wo Du in Vollzeit oder auch in Teilzeit alles lernst, was Du als späterer Ausbilder oder als Führungskraft wissen musst. Es hilft Dir aber ebenfalls, wenn Du Dich in Deinem Beruf selbstständig machen und einen eigenen Betrieb eröffnen willst. Übrigens hast Du mit dem Meisterbrief auch die Option, sogar ohne Abitur noch ein Studium zu absolvieren.

Qualifizierung zum/zur Techniker/in

Anlagenmechaniker, Fachkräfte für Veranstaltungstechnik, Fahrzeugmechaniker, technische Assistenten – die Liste der unterschiedlichen Berufe im technischen Bereich ist lang und attraktiv. Und auch hier bestehen Chancen für Weiterbildungen – und zwar als staatlich geprüfter Techniker.

Hier erfolgt die Weiterbildung ähnlich wie im handwerklichen Bereich: Du erlernst das Nötige an einer sogenannten Technikerschule, einer Fachschule für Techniker. Rund 60 verschiedene Fachrichtungen werden aktuell angeboten. Im Anschluss erwarten Dich verantwortungsvolle Aufgaben als Führungskraft, in der Projektleitung oder im Management. Wenn Dich Forschung und Entwicklung interessieren, dann ist selbst das mit dem Abschluss realisierbar.

Übrigens ist der Techniker-Abschluss dem Meister-Titel oder dem Bachelor-Grad vergleichbar. Er gilt insofern auch als Zugangsberechtigung zu einem Studium (ohne Abi).

Weiterbildung nach einer kaufmännischen Ausbildung

Derzeit liegen kaufmännische Ausbildungen nach wie vor stark im Trend – ob als Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau oder als Bürokaufmann/-frau. Kein Wunder, denn damit ist man später ausgesprochen vielseitig einsetzbar. Wem das aber noch nicht ausreicht, der kann es dank einer Aufstiegsweiterbildung sogar bis ins Management schaffen. Ein Abschluss als Fachwirt oder gar als Betriebswirt machen es möglich.

Die Ausbildung zum Fachwirt bereitet Dich auf eine spätere Tätigkeit als Fach- und Führungskraft vor, indem Dein bereits vorhandenes Wissen weiter vertieft wird. So bist Du bereit für anspruchsvollere Tätigkeiten mit mehr Verantwortung. Etwa in der mittleren Führungsebene, als Spezialist in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen sowie im Controlling. Die Prüfung wird vor der IHK abgelegt.

Eine Alternative stellt der Betriebswirt dar. Damit qualifizierst Du Dich für Aufgaben, bei denen strategisches, koordinierendes oder operatives Wissen gefordert ist. Später wirst du – je nach Deinem persönlich gewählten Schwerpunkt – vom Personalwesen bis zum Controlling tätig. Mit diesem Abschluss stehen Dir auch Führungspositionen offen. Oder Du kannst mit der bestandenen Ausbildereignungsprüfung verantwortlich für diesen Bereich werden. Wie wäre es alternativ mit einer Zusatzqualifikation als Coach für Weiterbildung der Angestellten?

Weiterbildung als Gestalter/in

Gestaltende Berufe sind bei kreativen Köpfen besonders beliebt. Und wer nach der Abschlussprüfung nicht auf der Stelle treten will, der findet auch hier neue Herausforderungen. Etwa durch eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Gestalter. Hierbei werden drei grundsätzliche Tätigkeitsbereiche unterschieden, für Du Dich mit der Fortbildung qualifizieren kannst:

  • Materialgestaltung
  • Raumgestaltung
  • Werbegestaltung

Wenn Du dann noch Lust auf mehr hast, kannst Du nach der Prüfung problemlos noch ein Studium, etwa im Fachbereich Design, anschließen. Oder Du entscheidest Dich für die Ausbildereignungsprüfung und betreust im Unternehmen die Azubis.

Aufstiegsweiterbildung: Die Vor- und Nachteile

Klingt super, oder? Allerdings solltest Du zuvor gründlich überlegen, ob so eine Fortbildung auch wirklich etwas für Dich ist. Denn das Ganze hat sowohl Vor- als auch Nachteile, die Du gründlich abwägen solltest:

Nachteile:

  • Du musst die Kosten selbst tragen
  • Du musst die Weiterbildungen in Deiner Freizeit absolvieren oder Dich für die Zeit von Deinem Job freistellen lassen (verdienst dann nichts)
  • Auf Dich kommt noch einmal ein hohes Lernpensum zu

Vorteile:

  • Es gibt finanzielle Entlastungen durch das neue Aufstiegs-BAföG
  • Du hast die Chance auf interessantere, verantwortungsvollere Tätigkeiten
  • Ein höheres Gehalt ist später möglich

Die entscheidende Frage ist also: Was möchtest Du?

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