Ausbildungsarten im Überblick


Ausbildungsarten im Überblick

Die Entscheidung darüber, welchen Beruf Du erlernen möchtest, ist schon schwer genug, aber dann gibt es auch noch verschiedene Ausbildungsformen. Von der klassischen dualen und der schulischen Ausbildung über die Ausbildung in Teilzeit, die Sonderausbildung bis hin zum dualen Studium stehen Dir vielleicht alle Wege offen.

Hier erhältst Du einen Überblick über alle Ausbildungsarten, die Dir zur Verfügung stehen, und welche Vor- und Nachteile sie haben. So kannst Du entscheiden, welche Ausbildung für Dich infrage kommt.

Duale AusbildungAusbildungsarten im Überblick - duale Ausbildung

Die duale Ausbildung findet sowohl im Betrieb als auch in einer Berufsschule statt. In der Berufsschule lernst Du die Theorie, die Du dann im Betrieb in die Praxis umsetzen und direkt vor Ort anwenden kannst. Ein Vorteil dieser Ausbildungsform ist das Gehalt, das Du während der gesamten Ausbildung erhältst, was diese Ausbildungsart zu einer der beliebtesten in Deutschland macht. Die Ausbildungsdauer liegt zwischen zwei bis dreieinhalb Jahren. Bei besonders guten Noten hast Du die Möglichkeit, deine Ausbildung zu verkürzen. Im besten Fall wirst Du nach Bestehen der Abschlussprüfung sogar von Deinem Betrieb übernommen.

Schulische Ausbildung

In Deutschland existieren etwa 180 rein schulische Ausbildungen, davon die meisten im sozialen, gesundheitlichen und technischen Bereich. Der Unterricht findet in Vollzeit an einer privaten oder staatlichen Berufsfachschule statt, wo Du die Theorie erlernst und Prüfungen ablegen musst. Den Praxisanteil absolvierst Du in der Regel in einem bis mehreren Praktika. Eine schulische Ausbildung dauert in Deutschland normalerweise zwischen einem bis dreieinhalb Jahren.

Wichtig: Während der schulischen Ausbildung erhältst Du keine Vergütung, musst aber unter Umständen Schulgebühren bezahlen. Du kannst jedoch finanzielle Unterstützung in Form von BAföG beantragen.

Doppelt qualifizierende Erstausbildung

Diese Sonderausbildung ist auch als Abiturientenausbildung bekannt, da Du hierfür in der Regel das Abitur bzw. das Fachabitur benötigst. Hierbei handelt es sich um eine duale Ausbildung mit Zusatzqualifikationen. Neben der Berufsschule und deiner Arbeit im Betrieb gehst Du auch noch auf eine Schule der Industrie- und Handelskammer, die Dir die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten der Zusatzqualifikation vermittelt. Nach Abschluss dieser Ausbildung hast Du einen Doppelabschluss in der Tasche, was Dich auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt macht.

Aber Vorsicht: Diese Ausbildungsart ist selten und erfordert sehr viel Zeit und Disziplin. Du solltest Dich also gründlich vorher informieren, bevor Du diese Form der Ausbildung anstrebst. Dafür ist die Vergütung hier besser als zum Beispiel während einer dualen Ausbildung.

Ausbildung in TeilzeitAusbildungsarten im Überblick - Ausbildung in Teilzeit

Eine Ausbildung in Teilzeit kannst Du nur absolvieren, wenn Du einen wichtigen Grund dafür hast. In der Regel sind das eigene Kinder, pflegebedürftige Familienmitglieder oder gesundheitliche Einschränkungen. Bei einer Ausbildung in Teilzeit beträgt Deine Arbeitszeit 20 bis 35 Stunden die Woche. Das betrifft sowohl den Betrieb als auch die Berufsschule. Du erhältst dennoch ein Ausbildungsgehalt und kannst Deine Ausbildung innerhalb von zwei bis drei Jahren absolvieren.

Duales Studium

Das duale Studium richtet sich an Jugendliche mit einem Abitur bzw. Fachabitur. Es ist ähnlich wie die duale Ausbildung aufgebaut, nur dass Du hier statt in die Berufsfachschule an eine Hochschule oder eine Akademie gehst. Zur Auswahl stehen Dir rund 1500 verschiedene duale Studiengänge, vor allem in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Soziales. Das duale Studium dauert in der Regel drei bis fünf Jahre und gilt als sehr zeitintensiv. Am Ende hast Du sowohl einen Bachelor als auch eine abgeschlossene Ausbildung.

Wichtig: Während des dualen Studiums erhältst Du eine Ausbildungsvergütung. Zusätzlich übernimmt der Betrieb Deine Studiengebühren.

Einjährige Ausbildung

Wenn Dein Berufswunsch in den Bereichen Pflege, Militär oder Kosmetik liegen, solltest Du eine einjährige Ausbildung in Betracht ziehen. Nach einem Jahr bist Du fertig und kannst dein eigenes Geld verdienen. Das Gehalt kann im Vergleich zu Berufen mit einer drei- bis vierjährigen Ausbildung jedoch niedriger sein. Eine Weiterbildung mit entsprechender Berufserfahrung ist aber ohne weiteres möglich.

Assistierte Ausbildung

Bei der assistierten Ausbildung erhältst Du eine höchstens sechs Monate andauernde Ausbildungsvorbereitung, in der Du herausfinden kannst, welcher Beruf der richtige für Dich ist. Währenddessen wirst Du bei der Bewerbung unterstützt und auch während der Ausbildung selbst steht Dir jemand helfend zur Seite. Die assistierte Ausbildung wurde für Jugendliche ins Leben gerufen, die aufgrund von Sprachschwierigkeiten, sozialen oder familiären Problemen, einem fe
hlenden Abschluss oder schlechten Noten Probleme damit haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Ausbildung im Ausland

Ausbildungsarten im Überblick - Ausbildung im AuslandWenn Du in einer Fremdsprache fit bist, kannst Du eine Ausbildung im Ausland absolvieren. Hier lernst Du nicht nur Theorie und Praxis, sondern auch die Sprache und Kultur vor Ort besser kennen, was Dich auf dem Arbeitsmarkt deutlich von anderen Bewerbern hervorheben wird. Gerade innerhalb der EU ist es für Dich möglich, Deine Ausbildung auch in einem anderen Land zu machen. Wichtig ist es, sich vorab zu informieren und sicherzustellen, dass der im Ausland absolvierte Abschluss auch in Deutschland anerkannt wird, da sich das von Land zu Land unterscheiden kann.

Nicht-anerkannte Ausbildungen

Diese Ausbildungsformen werden vor dem Berufsbildungsgesetz nicht als Ausbildungen anerkannt. Je nach Berufsbranche kann diese Form aber trotzdem als gültige Ausbildung geduldet werden.