Ausbildung zum Industriekaufmann: Was muss man wissen?


Ausbildung zum Industriekaufmann

Langeweile und eintönige Abläufe sind für Dich ein No-Go, Excel hältst Du nicht für eine Mode-Droge und Englisch macht Dir keine Angst? Dann ist eine Ausbildung zum Industriekaufmann bzw. zur Industriekauffrau möglicherweise perfekt für Dich. Azubify.de verrät Dir alles, was Du rund um diese vielseitige Ausbildung wissen solltest.

Ausbildungsberuf Industriekaufmann – Steuermann im Unternehmen

Hut ab vor Industriekaufleuten! Denn dieser Beruf ist alles – nur nicht langweilig. Schließlich übernimmt der Industriekaufmann die kaufmännische Steuerung in einem Betrieb. Im Klartext: Er sorgt dafür, dass Verwaltung und Produktion reibungslos funktionieren und zusammenarbeiten. Zu den Betriebsabläufen zählen ebenfalls Tätigkeitsbereiche wie Terminierung, Personaleinteilung, Warendisposition oder die Organisation der Qualitätssicherung.

Das Aufgabenspektrum erstreckt sich noch weiter: „Ganz nebenbei“ holt der Industriekaufmann im Einkauf Angebote ein, verhandelt mit Kunden und Lieferanten und übernimmt Aufgaben in der Buchhaltung. Aber auch im Marketing, Controlling, Vertrieb und sogar im Personalwesen punktet wird mit Fachexpertise gepunktet.

Typische Unternehmensbranchen: Alles kann – nichts muss!

Ebenso vielseitig wie die Aufgaben sind auch die Wirtschaftsbereiche, in denen ein Industriekaufmann zum Einsatz kommt. Sind Autos genau Dein Ding? Perfekt, denn die Automobilkonzerne suchen immer wieder Arbeitnehmer mit diesem Ausbildungsberuf. Weitere Chancen bestehen bei den großen technischen Dienstleistern, die für die Branchen Pharma, Chemie, Medizintechnik, Biotechnologie, Lebensmittel u.v.m. tätig sind. Aber auch mittelständische Unternehmen, die technische Produkte fertigen, benötigen Industriekaufleute.

Dauer und Gehaltsrahmen der dualen Ausbildung

Wenn Du genau auf diese Vielseitigkeit von Aufgaben Lust hast, dann solltest Du Dich für eine Ausbildung zum Industriekaufmann bewerben. Hierbei handelt es sich um eine duale Ausbildung, d.h. Du hast Zeiten im Betrieb, die sich mit Abschnitten in der Berufsschule abwechseln. Die Ausbildungsdauer beläuft sich in der Regel auf drei Jahre. Bei guten schulischen Leistungen oder bei einem abgeschlossenen Abitur ist eine Verkürzung auf zwei bzw. 2,5 Jahre möglich. Eine Verkürzung musst Du Dir sowohl vom Betrieb als auch von der Industrie- und Handelskammer genehmigen lassen. IHK-Prüfungen nach der Halbzeit sowie zum Ende der Ausbildung sind verbindlich.

Das Gehalt des Industriekaufmanns in Ausbildung beträgt im ersten Jahr ca. 895 Euro und endet im dritten Jahr bei ca. 1.020 Euro.

Voraussetzungen: Mittlere Reife erhöht Deine Chancen

Theoretisch gibt es für kaufmännische Ausbildungsberufe, wie die zum Industriekaufmann, keine Vorgaben bezüglich des Schulabschlusses. Allerdings hat sich die Tendenz herausgebildet, dass Unternehmen gerne Bewerber mit mindestens Realschulabschluss auswählen. Präferiert werden häufig auch Interessenten mit Abitur oder Fach-Abitur.

Hohe Chancen, einen der begehrten Plätze zu ergattern, bestehen für Dich, wenn Du keine Berührungsängste in Hinblick auf Fächer wie Mathe, Wirtschaft, Deutsch und Englisch hast. Für kaufmännische Berufe ist dies ebenso Voraussetzung wie eine entsprechende kaufmännische „Denke“. Wenn Du dann auch noch die MS-Office-Anwendungen kennst – perfekt! Schließlich gehört es zu Deinen Aufgaben, mit Zahlen und Daten zu jonglieren, sowie mit Kunden und Lieferanten zu kommunizieren – auch auf Englisch! Denn viele Unternehmen agieren international.

Generalisten willkommen: Besonderheiten bei Industriekaufleuten

Bei vielen Ausbildungen kannst Du Dir von vornherein eine bestimmte Fachrichtung aussuchen – das ist bei der Ausbildung als Industriekaufmann nicht möglich. Hier stehen Allround-Talente im Vordergrund, die gerne generalistische Tätigkeiten übernehmen. Allerdings ist im Rahmen der Ausbildung eine Vertiefung in einem Bereich vorgesehen (z.B. Vertrieb, Lagerlogistik oder Auslandseinsatz). Die Spezialisierung hängt davon ab, in welcher Branche der Ausbildungsbetrieb aktiv ist.

Für wen ist diese Ausbildung interessant?

Klasse geeignet ist die Ausbildung zum Industriekaufmann vor allem dann, wenn Du Dir noch nicht sicher bist, ob Du vielleicht noch studieren willst. Einerseits ist diese Ausbildung sehr vielseitig und Du übernimmst eine verantwortungsvolle Position, andererseits kannst Du im Anschluss daran noch ein (berufsbegleitendes) Studium aufnehmen. Klassiker ist hier natürlich der Betriebswirt. Aber auch eine Weiterbildung zum Fachwirt bietet attraktive Perspektive.

Deine Stärken und Interessen

Du bist supergut geeignet für diese Ausbildung, wenn Du Dir eine Tätigkeit am Schreibtisch vorstellen kannst. Dafür sind Dir aber auch geregelte Arbeitszeiten garantiert. Verhandlungsgeschick und Teamfähigkeit sind ebenso wichtig wie Durchsetzungsvermögen. Vor Zahlen sollte es Dich ebenfalls nicht „gruseln“.

Und wie steht es mit deinen Karriereaussichten? Kaum ein Ausbildungsberuf ist so vielseitig wie der zum Industriekaufmann. Deshalb hast Du im Anschluss gute Job-Chancen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Daumen hoch also!

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