Azubi-Interview: Was macht man als Dachdecker?


Warum will ich Dachdecker werden?

Tobias Ponitka, 19 Jahre, Dachdecker

„Ich komme aus einer Holzwurm-Familie“, erzählt Tobias Ponitka. Der neunzehnjährige Rheinsberger, für den jetzt das zweite Ausbildungsjahr in der Lindower Dachdeckerei Uwe Melzer beginnt, meint damit, dass in seiner Verwandtschaft viele einen Holzberuf ausüben. Konkret gibt es Tischler und Zimmerleute. Außerdem mag Tobias Ponitka die Höhe. Als Kind ist er gern auf Bäume oder auf leer stehende Gebäude geklettert. Als Dachdecker kann er beide Leidenschaften verbinden: sich schwindelfrei in großer Höhe bewegen und mit dem faszinierenden Werkstoff Holz arbeiten.

Dachdecker Berufsalltag

Vom Heizungsinstallateur zum Dachdecker – vielseitig aufgestellt bei Dachdeckerarbeiten

Obwohl sich Tobias Ponitka sicher war, was er werden wollte, hat er zu spät angefangen, nach einer Lehrstelle zu suchen. Und er musste die Erfahrung machen, dass die ausbildenden Firmen im Umkreis schon Lehrlinge eingestellt hatten. Kurz entschlossen nutzte er das „Wartejahr“ und begann eine Ausbildung zum Heizungsinstallateur. Diese Vielseitigkeit hilft ihm jetzt beim Dachbau, denn sein Ausbildungsbetrieb, Die Dackdeckerei Uwe Melzer in Lindow,  bietet auch Klempnerarbeiten am Dach an. Für Tobias ist es kein Problem, eine Regenrinne zu löten. Lachend erklärt er: „Ich hab schon ein Jahr gelötet!

Was muss ich als Dachdecker können?

In den theoretischen Lernfeldern werden die zukünftigen Dachdecker in verschiedenen Holztechniken ausgebildet, sie erfahren etwas über Dachstühle, über Ziegel und Bieber und lernen Rechnen, Mauern und ein Angebot zu schreiben. Durch sein Interesse für die Materie fällt Tobias Ponitka das Lernen leicht. Er hofft, die dreijährige Ausbildung nach zweieinhalb Jahren vorzeitig abschließen zu können. Ob der Ausbildungsbetrieb den eigenen Erwartungen entspricht, kann man auch im Internet recherchieren, rät Tobias Ponitka. Manche Betriebe machen hauptsächlich Pappdächer, manche mehr Schieferdächer – man sollte gucken, ob einem das gefällt.

Künftigen Lehrlingen empfiehlt er, sich viel abzugucken und sich nicht zu verkriechen. „Das bringt gar nichts“, ist Tobias Ponitka überzeugt. Man sollte nachfragen, wenn man etwas nicht versteht. „Es macht Spaß, so ein Dach aufzubauen“, schwärmt der angehende Dachdecker. „Mir gefällt die Kraft, die da drin steckt!

Warum tragen Dachdecker eigentlich Schlaghosen?

Funfact am Rande: Dachdecker tragen in der Regel Schlaghosen, aber warum eigentlich? Traditionell verwenden zahlreiche Handwerker eine sogenannte Kluft oder Zunftkleidung. Sie ermöglicht ein besonders bequemes Arbeiten und schützt gleichermaßen vor Dreck. Die Traditionskleidung verwendet eine Schlaghose aus Cord, mittlerweile können Dachdecker und viele weitere Fachleute aber auch auf moderne Zunfthosen ohne Schlag zurückgreifen.

 

Allgemeines zur Ausbildung des Dachdeckers

Berufsbezeichnung: Dachdecker

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Die Betriebe fordern mindestens einen Hauptschulabschluss. Wichtig sind handwerkliches Geschick, eine gute Auge-Hand-Koordination, Sorgfalt und Flexibilität sowie  körperliche Belastbarkeit und Schwindelfreiheit. Auch Interesse für Technisches Zeichnen, Geometrie und Rechnen und die Freude am Arbeiten im Freien sind wichtig.

Perspektiven für Weiterbildung:

Man kann die Prüfung als Dachdeckermeister/in ablegen oder mit einer Hochschulzugangsberechtigung z. B. Bauingenieurwesen studieren.

Mehr erfahren?

Willst du mehr über die Ausbildung als Dachdecker oder Dachdeckerin wissen? Das gesamte Berufsbild stellen wir dir hier mit allen wichtigen Infos vor!