Azubi-Interview: Was macht ein Triebfahrzeugführer?


Interview Triebfahrzeugführer

Marcel Heller, Triebfahrzeugführer, 28 Jahre

Die Eisenbahn hat Marcel Heller schon von Kindesbeinen an begeistert. So war es für Familie und Freunde auch keine Überraschung, als der 28-Jährige eines Tages entschied: Ich werde Lokführer. Heute steuert er bei der Niederbarnimer Eisenbahn moderne Triebfahrzeuge und transportiert Menschen sicher von einem Ort zum anderen. „Mir macht dieser Job ganz viel Spaß“, versichert er. „Als Triebfahrzeugführer hat man viel mit Technik zu tun und begegnet außerdem jeden Tag vielen Menschen.“

Eignungstest für Lokführer

Wer Eisenbahner im Betriebsdienst werden und wie Marcel Heller auf der Lok sitzen möchte, muss sich zunächst einem Eignungstest unterziehen. Dabei werden die körperlichen und psychischen Voraussetzungen der Kandidaten unter die Lupe genommen. „So muss ein Triebfahrzeugführer natürlich gut sehen und hören können. In Stresssituationen sollte er einen klaren Kopf behalten und verantwortungsbewusst handeln. Außerdem ist Teamfähigkeit gefragt“, benennt Marcel Heller die wichtigsten Voraussetzungen.

Triebfahrzeugführer Marcel Heller
Triebfahrzeugführer Marcel Heller neben seinem „Dienstwagen“. Foto: Marco Winkler

Ausbildung zum Triebfahrzeugführer: Erst die Theorie, dann die Praxis

Ist der Eignungstest bestanden, kann mit der dreijährigen Ausbildung begonnen werden. „Allerdings geht es nicht gleich auf die Lok“, erklärt der 28-Jährige. Zunächst muss jede Menge Theorie gebüffelt werden. Die Regeln des sicheren und reibungslosen Bahnbetriebs stehen dabei genauso auf der Tagesordnung wie die Bedeutung der Signale und das Bilden und Rangieren von Zügen. Im Rahmen der praktischen Ausbildung lernen die Azubis zunächst die verschiedenen Bereiche im Bahnbetrieb kennen. So schaut man den Fahrdienstleitern über die Schulter, arbeitet in der Instandhaltung und bei der Signaltechnik.

Für jeden Loktyp braucht man einen eigenen Führerschein

Mitte des zweiten Ausbildungsjahres geht es dann auf die großen „Stahlrösser“. Bei der Niederbarnimer Eisenbahn sind ausschließlich mit Diesel betriebene Triebfahrzeuge im Einsatz. Für jeden der einzelnen Typen müssen die künftigen Triebfahrzeugführer eine eigene Baureihenberechtigung erwerben. „Das ist anders als beim Autofahren. Bei uns funktioniert jede Lok nach eigenen Regeln und die muss man eben lernen“, erklärt Marcel Heller und gibt Interessenten noch eine Sache zu bedenken: Triebfahrzeugführer arbeiten im Schichtdienst. „Das heißt, wir arbeiten rund um die Uhr – auch an Feiertagen. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man diesen Beruf wählt.“

Allgemeines zur Ausbildung des Triebwagenführers

Berufsbezeichnung: Eisenbahner im Betriebsdienst

Ausbildungsdauer: drei Jahre

Voraussetzungen:

erfolgreicher Abschluss der Realschule oder Abitur, körperliche und psychologische Eignung

Weiterbildungsmöglichkeiten:

Triebfahrzeugführer haben die Möglichkeit, sich zum Meister für Bahnverkehr oder zum Fachwirt für den Bahnbetrieb weiterzubilden. Außerdem können sie Disponent oder auch Ausbilder werden.

Mehr erfahren?

Willst du mehr über eine Ausbildung im Bereich Eisenbahn wissen? Das gesamte Berufsbild des Gleisbauers stellen wir Dir hier mit allen wichtigen Infos vor!

Bildcredit: den belitsky – AdobeStock


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