Azubi-Interview: Was macht ein Werkzeugmechaniker?


Interview Werkzeugmechaniker

Marcus Rogge, Werkzeugmechaniker, Fachrichtung Stanztechnik und Umformtechnik, 18 Jahre

„So Larifari geht überhaupt nicht“, weiß Marcus Rogge. Das hat er nach einem Jahr Lehrwerkstatt in Pritzwalk, wo er das Einmaleins der Metallbearbeitung erfuhr, längst verstanden. Präzision, Talent und Geschick sind gefragt, wenn es um die Herstellung von Werkzeugen und Werkzeugteilen geht, mit denen dann große Mengen gleicher Teile produziert werden sollen.

Werkzeugmechaniker: Facharbeiter mit vielfältigen Kenntnissen

Der 18-Jährige möchte Werkzeugmechaniker in der Fachrichtung Stanztechnik und Umformtechnik werden und startete das 2. Lehrjahr mit Praxiswochen bei der WTW Werkzeugbau GmbH. „Einfach klasse, ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben, die Facharbeiter lassen mich alles wissen, wenn ich frage, sie verraten auch ihre Tricks und Kniffe und ich lerne immer ein Stück dazu!“, meint Rogge.

Werkzeugmechaniker Marcus Rogge
Werkzeugmechaniker Marcus Rogge in seinem Ausbildungsbetrieb bei der Arbeit. Foto: Frank Stubenrauch

Mehr als nur Bohren und Fräsen von Metall

Er gibt zu, dass er am Anfang der Lehre nicht viel verstanden hatte und dachte, es gehe nur um das Bohren und Fräsen von Metall. Mittlerweile hat er gesehen, dass die Verarbeitung konventionell und mit computergesteuerten Werkzeugmaschinen äußerst vielfältiger ist. Das Reparieren seines Mountainbikes, seit Jahren sein großes Hobby, scheint dagegen ein Klacks zu sein. Aber diese Liebe zum Tüfteln, zum Aufpeppen, Ausprobieren und Gestalten hatten ihn dazu gebracht, sich in der Metallbranche zu versuchen. Heute ist alles eine Nummer viel, viel größer.

Präzises Arbeiten gefragt

Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist wichtig, um anhand von technischen Zeichnungen Schneid-, Umform- und Bearbeitungswerkzeuge sowie Vorrichtungen oder Schablonen oft auf tausendstel Millimeter genau zu fertigen. Man muss Werkzeuge nachschleifen und reparieren, Wartungs- und Inspektionsarbeiten durchführen, Technologien erstellen und später auch Programme für die teuren CNC-Werkzeugmaschinen schreiben. Wer handwerklich ein bisschen Talent und Freude am Umformen von Metall hat, wer eine ruhige Hand mitbringt und sich gern anstrengt, habe wichtige Voraussetzungen, ein guter Werkzeugmechaniker zu werden, der Spaß an seinem Beruf hat, ist sich Marcus Rogge sicher.

Allgemeines zur Ausbildung des Werkzeugmechanikers

Berufsbezeichnung: Werkzeugmechaniker, Fachrichtung Stanztechnik und Umformtechnik

Ausbildungsdauer: Dreieinhalb Jahre

Voraussetzungen:

Abschluss 10. Klasse mit besseren Noten in Mathe und Physik oder Abitur, Neigung zu handwerklicher Präzisionsarbeit, Vorliebe für technisch-handwerkliche Tätigkeiten, Interesse an Datenverarbeitung (Umgang mit Computern)

Perspektiven:

Qualifizierung zum Meister, Studium Maschinenbau mit Bachelor-Abschluss, Duales Studium (Abitur Voraussetzung)

Mehr erfahren?

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