Frauenanteil in MINT-Berufen


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Frauenanteil in MINT-Berufen – immer mehr Mädchen in technischen Ausbildungsberufen

Modedesignerin, Lehrerin oder Krankenschwester: Das sind typische Berufe, in denen man sich eine Frau vorstellt. Berufe wie Informatiker oder Elektrontechniker gelten hingegen als Bereiche, in denen das männliche Geschlecht vorrangig vertreten ist – Frauen haben es in diesen oft naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen eher schwer. Aber stimmt das eigentlich?

Frauen in der Technik, Mathematik und Naturwissenschaft?

Gemeint sind damit die sogenannten MINT-Berufe. Diese umfassen den Bereich der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In Broschüren oder Werbeanzeigen werden MINT-Berufe oft in Verbindung mit einem männlichen Kandidaten gebracht – eine mittlerweile durchaus falsche Vermutung, denn in den letzten Jahren hat sich dieses geschlechterspezifische Bild gewandelt. Immer mehr junge Mädchen und Frauen interessieren sich für eine Ausbildung im technischen Bereich. 60% der MINT-Stellen in Deutschland sind noch unbesetzt, was die Chance auf einen Ausbildungsplatz steigen lässt. Gerade Veranstaltungen wie der Girls’Day oder Projekte wie die „MINTrelation“ oder „Komm, mach MINT“ sollen junge Mädchen motivieren, in technische Berufe hineinzuschnuppern und ermöglichen ihnen die Chance, MINT-Berufe näher kennenzulernen, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln und ihr Berufswahlspektrum zu erweitern.

Warum ein MINT-Beruf?

Nicht nur Jungs haben das Zeug dazu, Informatiker oder Ingenieur zu werden, sondern auch junge Mädchen und Frauen können und sollten in diesen Berufen durchstarten. Oft ist es so, dass die MINT-Berufe sehr technisch dargestellt werden. Gerade diese Ausbildungen und Studiengänge bieten Interessenten jedoch verschiedenste Facetten und Möglichkeiten, die im ersten Moment womöglich gar nicht offensichtlich sind. Die verbreiteten Stereotypen, die die Berufswahl in männlich und weiblich eingrenzen, sind hierbei allerdings keine Hilfe und sorgen für Verunsicherung.

Vorteile von MINT-Berufen

Die MINT-Berufe gelten allgemeinhin als eher fordernd und schwierig. Dafür halten sie jedoch auch einige attraktive Vorteile bereit, sodass sich der oftmals größere Aufwand in der Ausbildung oder im Studium durchaus lohnt:

  • Gute Karrierechancen: Durch die hohe Anzahl noch unbesetzter Stellen der MINT-Berufe auf dem Ausbildungsmarkt steigt die Wahrscheinlichkeit auf einen Ausbildungs- oder auch Arbeitsplatz. Immer mehr technische Fachkräfte sind in Führungspositionen vertreten.
  • Gehalt: Dadurch, dass es noch viele offene Stellen im MINT-Bereich gibt und diese oft in leitenden Positionen vorliegen, verdienen sie in der Regel auch mehr. MINT-Kräfte werden stark gesucht und Unternehmen sind glücklich, wenn sie ihre offenen Stellen besetzen können – das macht sie automatisch zu attraktiven Bewerbern.
  • Bessere Verträge: Arbeitskräften in MINT-Berufen werden nicht selten unbefristete Arbeitsverträge angeboten. Demnach ist die Gefahr, sich eine neue Arbeitsstelle suchen zu müssen, geringer.
  • Vollzeit: MINT-Berufe bieten in den meisten Fällen eine Vollzeitstelle an. Arbeitskräfte haben demnach die Möglichkeit sich mehr zu bilden, sich hochzuarbeiten und auch mehr Geld zu verdienen. Ganze 96,5% der MINT-Berufe in der Metall- und Elektroindustrie entsprechen einem Vollzeit-Arbeitsvertrag (Quelle: MINT-Herbstreport 2014).

Frauen in MINT-Berufen – ein aktueller Vergleich zwischen Mann und Frau

Eins steht fest: Der Anteil der weiblichen Arbeitskräfte im technischen Berufsfeld wächst und wächst. Immer mehr junge Mädchen und Frauen sind daran interessiert, eine MINT-Ausbildung oder einen MINT-Studiengang zu beginnen.

  • Spitzenreiter sind die Naturwissenschaften. 47.100 Studenten haben 2014 in diesem Bereich einen Hochschulabschluss erlangt. Die Zahl der weiblichen Absolventinnen liegt bei 21.700. Dies entspricht ganzen 46%. Demnach ist der Studiengang der Naturwissenschaften (Biologie, Chemie) geschlechterspezifisch gesehen relativ ausgeglichen.
  • Den zweiten Platz besetzt das Fachgebiet der Ingenieure. Während 2003 nur 36.300 Ingenieurs- Hochschulabschlüsse verzeichnet wurden, waren es 2014 schon 91.400. Die Anzahl hat sich mehr als verdoppelt und auch die Anzahl der Frauen in diesem Bereich ist 2014 mit 20.700 sehr hoch. Dies entspricht einem Frauenanteil von 23%.

Frauenanteil in MINT-Berufen

  • Zu den Top 3 Themengebieten im MINT-Bereich gehört auch die Informatik. Hier wurden 2014 22.600 Hochschulabschlüsse verzeichnet, bei denen der Frauenanteil mit 3.800 bei einem Prozentsatz von 17% liegt.
  • 2014 begannen 97.000 junge Mädchen und Frauen ein MINT-Studium, was im Vergleich zu den 1990-er Jahren vier Mal mehr Studienanfängerinnen

Ausbildungen in MINT-Berufen

Neben einem Studiengang beginnen auch viele junge Mädchen und Frauen eine Ausbildung im MINT-Bereich. Am beliebtesten sind hier die technischen Berufe. Im Vergleich zu den Männern (90%) liegt 2015 der Anteil der Frauen bei technischen Ausbildungsberufen bei 82%.

Der Unterschied ist nur noch gering. Auch im Bereich der Informatik sind die Frauen den Männern dicht auf der Spur. Mit einem Frauenanteil von 7% sind sie dem Männeranteil (8%) sehr nahe. MINT-Berufe werden bei jungen Mädchen und Frauen immer präsenter. Beliebter als bei den Männern ist unter den jungen Mädchen eine Ausbildung der Fachrichtungen Mathematik und Naturwissenschaft. Hier überholen sie den männlichen Anteil. Mit einem Anteil von 11% ist dieser im Vergleich zu den der Männer mit 3% deutlich höher.

Beliebte MINT-Berufe bei Frauen

  • Architektur/Innenarchitektur: Besonders beliebt ist das Berufsbild der Architektur. Zu den Aufgaben eines Architekten gehören die gestalterische, technische und funktionale Planung von Gebäuden. Die Architektur oder Innenarchitektur ist ein Teil der Ingenieurswissenschaften und wird vor allem von jungen Mädchen und Frauen ausgeübt, da dies auch mit einer kreativen Denkweise verbunden ist.
  • Raumplanung: Auch dieser Beruf gehört zu den Bereichen der Ingenieure. Raumplaner entwickeln und planen die Gegebenheiten von Dörfern und Städten. Dabei analysieren sie die Gebiete bezüglich natürlichen Begebenheiten, Lage und klimatischen Verhältnissen. Ergebnisse sind Konzepte für Wohnsiedlungen, Autobahnverbindungen oder auch Bahnhaltestellen.
  • Bauingenieurswesen: Im Bereich des Bauingenieurswesens beschäftigt man sich mit den technischen Fragen der Baubranche. Dabei muss man Kenntnisse über Baustoffe und ihre Eigenschaften bei bestimmten Umständen haben (Materialwissenschaft). Im Vergleich zu einem Architekten muss ein Bauingenieur sich nicht um die ästhetischen Aspekte kümmern. Ein technisches Verständnis ist hier eine der wichtigsten Voraussetzungen.
  • Produktionstechnik: Das Fachgebiet der Produktionstechnik verbindet die Bereiche des Maschinenbaus und der Informatik, der Elektrotechnik und der Betriebswirtschaft. Produktionstechniker arbeiten in Bereichen, in denen Waren industriell hergestellt werden. Beispiele wären Berufe der Energieerzeugung, der chemischen Industrie, der kunststoffverarbeitenden Industrie oder der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.
  • Gesundheitstechnik: Die Gesundheitstechnik ist eines der größten Felder der Naturwissenschaften, das beliebt unter jungen Mädchen und Frauen ist. Es verbindet die Fächer Biologie, Gesundheit, Informatik und Ökonomie. Der Bedarf an technischen Fachkräften ist sehr hoch. Beispiele für Berufe sind: Medizininformatikerin oder Krankenhaustechnikerin.
  • Tischler: Der handwerkliche Beruf der Tischlerin umfasst das Erstellen von z.B. Schränken, Fenstern oder Türen. Auch der Kontakt mit Kunden und deren Beratung gehört zum Berufsprofil der Tischlerin. Hierbei ist sorgfältiges Arbeiten sehr wichtig. Bestimmte Anforderungen an Holzbauteile o.ä. müssen eingehalten werden. Weitere Eigenschaften sind Kreativität, handwerkliches Geschick und der gute Umgang mit Kunden.