Lehrstellensuche – so suchen Azubis ihre Ausbildungsstellen


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Viele Menschen haben schon als Kinder genaue Vorstellung davon, was sie später einmal beruflich machen wollen. Feuerwehrmänner, Polizisten, Tierärztinnen und Friseurinnen sind dabei nur ein paar der beliebtesten Berufe. Aber Interessen können sich ändern und nicht jeder verwirklicht später den Kindheitstraum auch in seinem Berufsleben.

Was das verträumte Kind und der junge Erwachsene jedoch gemeinsam haben, ist der klare Wunsch nach einem Beruf, der ihm oder ihr Spaß macht, genügend Geld einbringt und in dem er bzw. sie sich verwirklichen kann. Völlig egal ob als Feuerwehrmann, Pflegefachkraft, Bürokraft oder im Handwerk. Doch wie finden engagierte junge Leute die richtige Lehrstelle?

Wo finde ich die passende Lehrstelle?

Die häufigsten Anlaufstellen bei der Suche nach einer passenden Lehrstelle sind:

  • Arbeitsagentur
  • Zuständige Kammern
  • Stellenausschreibungen im Internet
  • Bekannte und Freundeskreis

So sucht dem azubi.report 2016 zufolge fast die Hälfte (48,3%) der Befragten im Internet nach einer Ausbildungsstelle. Aber auch schon vor der eigentlichen Lehrstellensuche findet die Berufsorientierung bei 57,7% online in Form von Berufschecks statt. Damit hat das Internet das klassische Berufsinformationszentrum eingeholt.

Gründe für die Berufswahl

Die Suche nach der passenden Lehrstelle beginnt schon lange vor dem Schulabschluss. Die Motivationen, einen ganz bestimmten Ausbildungsberuf zu ergreifen, können dabei stark voneinander abweichen. Laut des azubi-report 2016 sind dies die häufigsten Gründe für die Berufswahl:

  • Interesse am Beruf (76,8%)
  • Empfehlung Berufsberatung (37,4%)
  • Gehalt (14,8%)
  • Eltern haben gleichen Beruf (14,7%)
  • Keine andere Ausbildung bekommen (12,4%)

Lehrstellensuche MöglichkeitenMit 76,8% überwiegt das Interesse am angestrebten Beruf deutlich alle anderen Beweggründe. Und das ist auch richtig so, denn der erlernte Beruf sollte dem Azubi nicht nur Spaß machen, er sollte ihn im besten Fall auch nach seiner Ausbildung weiterführen wollen.

Aber auch die Empfehlung der Berufsberatung ist mit 37,4% ein wichtiger Faktor. Oft sind die eigenen Interessen so vielfältig, dass der Schulabgänger selbst gar nicht einschätzen kann, in welchem Ausbildungsberuf er seine Talente am besten einsetzen soll. Hier kann die Berufsberatung, sei es bei der Arbeitsagentur, im Berufsinformationszentrum oder bei Online-Berufschecks, eine große Hilfestellung darstellen. Außerdem kann der Schulabgänger durch diese Recherche auf spannende neue Jobmöglichkeiten stoßen, die ihm oder ihr vorher vielleicht gar nicht in den Sinn kamen.

Einen deutlich geringeren Einfluss auf die Berufsentscheidung haben die Karriere der Eltern und das angestrebte Gehalt. Letzteres ist vor allem für Abiturienten und Fachabiturienten interessant, da es bei der Wahl zwischen Ausbildung und Studium eine tragende Rolle spielen kann.

12,4% der befragten Auszubildenden bei azubi.report 2016 absolvieren ihre aktuelle Ausbildung, weil sie keine andere gefunden haben. Um dies zu vermeiden, gilt es, so früh wie möglich mit der Lehrstellensuche zu beginnen und sich umfassend zu informieren.

Tipps für die Suche nach der richtigen Lehrstelle

  • Die Suche nach einer passenden Lehrstelle beginnt schon vor der richtigen Suche. Bevor die Schüler und Schülerinnen das Internet nach passenden Stellenausschreibungen durchforsten, nutzen sie Online-Berufschecks, um den richtigen Beruf für sich zu finden. Doch auch wenn diese Fragebögen eine Entscheidungshilfe darstellen können, sind Praktika vor dem Start ins Berufsleben noch immer wichtig. Sie heben sich nicht nur positiv im Lebenslauf hervor, sondern geben den Interessierten einen Einblick in den Berufsalltag der angestrebten Ausbildung. Schnell kann sich hier herausstellen, ob der Wunschberuf tatsächlich so traumhaft ist wie gedacht oder ob der Praktikant schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen landet. Bestätigt das Praktikum den Berufswunsch, entstehen hierdurch wichtige Kontakte, die zu einer späteren Ausbildungsstelle führen können.
  • Viele Schulabgänger wollen nach ihrem Abschluss in der vertrauten Umgebung bleiben oder zumindest nicht allzu weit weg von der Familie und den Freunden leben. Doch das schränkt sie bei der Suche nach einer Lehrstelle ein, da die Anzahl der potenziellen Stellen im eigenen Umfeld deutlich geringer ist als bei einer deutschlandweiten Suche. Eine Ausbildungsstelle zu bekommen, kann schon schwierig genug sein, Schulabgänger sollten es sich nicht zusätzlich schwerer machen, indem sie ihre Suche nur auf eine bestimmte Region begrenzen.
  • Für die eigenen Interessen gibt es oft nicht nur einen möglichen Beruf. Wer sich auf eine einzige Ausbildung fixiert, dem könnten spannende Alternativen entgehen. Daher sollten zukünftige Azubis sich nicht nur über ihren eigentlichen Wunschberuf informieren, sondern auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen und sich auf diese Lehrstellen bewerben. Denn gerade die beliebten Bereiche Medien, Innenarchitektur, Raumgestaltung, Veranstaltungsmanagement, Kamera- und Tontechnik sowie die Kostüm- und Bühnenbildnerei bieten zu wenige Ausbildungsmöglichkeiten bei zu vielen Bewerbern. Clevere Schulabgänger suchen daher schon vorher nach Alternativen.