Mobbing in der Ausbildung: Was tun?


Mobbing in der Ausbildung

„Die Hölle, das sind die anderen“ – so heißt ein bekanntes französisches Theaterstück. Und wer unter Mobbing in der Ausbildung leidet, wird dieser Aussage sicherlich zustimmen. Denn fortwährende Schikanen, Beleidigungen und sonstige Attacken durch Kollegen oder gar Vorgesetzte können einem das Leben echt zur Qual machen. Was Du dagegen tun kannst und wo Du in einer solchen Situation Hilfe erhältst, erklären wir Dir hier.

Wenn Mobbing in der Ausbildung Bauchweh macht

Hast Du vielleicht schon länger den Eindruck, dass Deine Mit-Azubis oder andere Kollegen Dich ausgrenzen, diskriminieren oder womöglich sogar „schneiden“? Du musst Dir gemeine Sprüche anhören oder bekommst wichtige Infos für Deine Arbeit nicht? Und wenn Dir deshalb ein Fehler passiert, wird das mit einem zufriedenen Lächeln quittiert? Kein Wunder, wenn Du dann schon beim Gedanken an Deinen Ausbildungsplatz Bauchschmerzen oder Angst bekommst und vielleicht sogar an Kündigung denkst – denn das ist Mobbing.

Rund ein Drittel der deutschen Schüler wurden laut Studien bereits Opfer von Mobbing. Und so etwas kann natürlich ebenfalls während einer Ausbildung passieren – sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule. Der Begriff Mobbing kommt übrigens vom englischen to mob – also jemanden anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen. Und genau das ist es, was die Mobber (oft werden sie auch als Täter bezeichnet) tun: Sie fallen als Gruppe über ein Opfer her, dabei ist eine Person in einer anführenden Rolle.

Das macht krank: Mobbing und Bossing

Durch die Aktionen der Mobber, die übrigens von fiesen Sprüchen und Bloßstellen bis hin zu Prügelattacken reichen können, wird dem Opfer das Leben wortwörtlich zur Hölle gemacht. Zumal man häufig keine echte Chance hat, sich zu verteidigen und dagegen zur Wehr zu setzen. Denn die Täter agieren meist so, dass alles fast wie zufällig wirkt oder ihre Kommentare auch anders ausgelegt werden könnten. Auch Chefs können übrigens als Mobber agieren, das nennt man auch Bossing. Durch das große Machtgefälle (er oder sie Chef – Du „nur“ der kleine Azubi) verstärkt sich meist noch das Gefühl der Hilflosigkeit.

Wer diesem Psychoterror eine Weile ausgesetzt ist, kann dadurch krank werden. Besonders schwere psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen sind typische Folgeschäden, entstanden durch Angst- und Ohnmachtsgefühle. Insofern ist es ganz entscheidend, dass Du potentielles Mobbing schnell erkennst, einordnest und Dich zur Wehr setzt bzw. Dir Hilfe suchst.

Immerhin ist so nicht mehr sichergestellt, dass Du unter derartigen Belastungen Deine Ausbildung erfolgreich abschließen kannst. Für viele erscheint ab einem gewissen Punkt zudem die Kündigung als die einzige Option, um dem Mobbing zu entgehen. Das kann in einer regelrechten Flucht vor dem Job münden. Und plötzlich steht man ohne Abschluss und berufliche Perspektive dar.

Mobbing in der Ausbildung: Was ist zu tun?

Bist Du durch die Mobbingaktionen noch nicht völlig verunsichert, dann solltest Du den Betreffenden ein ganz klares „Stopp“ signalisieren und sie darauf ansprechen. Das demonstriert Deine Stärke! Jedoch ist dies gut zu überlegen, da so etwas die Situation leider noch verschlimmern kann.

Vor einer unüberlegten und überstürzten Kündigung solltest Du Dir auf jeden Fall Hilfe suchen, etwa indem Du:

  • den Personal- oder den Betriebsrat einschaltest
  • Deine Vorgesetzten oder Ausbilder informierst
  • einen Berufsschullehrer ansprichst
  • entsprechende Hilfeseiten im Internet nutzt
  • telefonische Unterstützung nutzt (Mobbing Help Desk: 07123-381613, Telefonseelsorge: 0800-1110-111)

Die Macht der Wörter nutzen

Mobber agieren gerne „unter dem Radar“, sodass andere ihnen nichts nachsagen können. Daher solltest Du unbedingt ein Mobbing-Tagebuch führen, in dem Du jede einzelne Anfeindung, jeden fiesen Spruch notierst. So kannst Du sie mit Beweisen „festnageln“ und sie haben keine Chance, sich herauszureden.