Ausbildung mit Kind ‚Äď was gibt es zu beachten?


Ausbildung mit Kind

Du möchtest eine Ausbildung beginnen, doch bist bereits Mutter und fragst Dich, wie Du beiden Aufgaben gerecht werden sollst? Oder Du steckst schon mitten in der Ausbildung und plötzlich steht Nachwuchs an? Das ist kein Problem, denn Kind und Ausbildung lassen sich auch parallel stemmen. Wichtig ist nur, dass Du Dich gut informierst und organisierst.

Ausbildung und Teilzeitausbildung f√ľr M√ľtter

Eine der M√∂glichkeiten, Deinem Nachwuchs gerecht zu werden und gleichzeitig eine Lehre zu absolvieren, ist die Teilzeitausbildung.¬† Bei dieser Art der Ausbildung wird die w√∂chentliche Ausbildungszeit im Betrieb verk√ľrzt ‚Äď meist auf 20 bis 35 Stunden. Der Berufsschulunterricht und¬† Lehrg√§nge finden in Vollzeit statt.

Der Vorteil ist, dass die Teilzeitausbildung grunds√§tzlich nicht dazu f√ľhrt, dass Du Deine Ausbildung verl√§ngern musst; dies kann nur bei einer w√∂chentlichen Ausbildungszeit unter 25 Stunden der Fall sein. Dann kann sich die Lehre je nach Einzelfall um ein halbes oder ganzes Jahr verl√§ngern. Grunds√§tzlich ist solch eine Teilzeitausbildung in allen anerkannten Berufen mit dualem System m√∂glich und besonders f√ľr junge M√ľtter geeignet.

Ausbildung mit Kind f√ľr Alleinerziehende

In Vollzeit eine Lehre zu absolvieren, ist f√ľr junge Frauen mit Kind und ohne Partner nahezu unm√∂glich. Denn die Berufsschule besuchen, bis zum Nachmittag voll konzentriert im Betrieb arbeiten und wenn die Kinder im Bett liegen noch lernen, ist kaum zu schaffen.

Wenn Du alleinerziehend bist, w√§re f√ľr Dich die Teilzeitausbildung die beste M√∂glichkeit. So kannst Du Deine Ausbildungsstunden im Betrieb optimal anpassen. Wichtig ist es, dass Du mit Deinem Ausbildungsunternehmen offen √ľber die Situation sprichst.

Welche ist die beste Ausbildung mit Kind?

Die EINE beste Ausbildung f√ľr M√ľtter zu benennen, ist recht schwierig. Jedoch gibt es einige Lehrstellen, die sich besonders f√ľr junge Eltern eignen. Hier drei Beispiele, die Dir einen √úberblick √ľber Deine zahlreichen M√∂glichkeiten geben:

Kaufmann/frau f√ľr B√ľromanagement

  • Diese Ausbildung im kaufm√§nnischen Bereich ist universell. Du k√ľmmerst dich dabei um die Buchhaltung im Betrieb, schreibst Texte und Briefe, bearbeitest Kundenanliegen, √ľbernimmst Telefondienste und alle weiteren T√§tigkeiten, die sonst noch in einem B√ľro anfallen k√∂nnen. Der Vorteil bei dieser Ausbildung ist, dass solche Fachkr√§fte in allen Branchen gebraucht werden und die Chancen auf eine Ausbildung und sp√§ter auch einen Job sehr gut stehen. Hinzu kommt, dass viele B√ľrofachkr√§fte in Teilzeit arbeiten.

Erzieher/in

  • Die Ausbildung zur Erzieherin ist eine der beliebtesten unter den Teilzeitausbildungen. Ist die Lehre erfolgreich absolviert, dann k√∂nnen Erzieher/innen in Kitas, Kinderkrippen, Horten oder anderen Einrichtungen t√§tig werden. Da Du quasi ‚Äěan der Quelle‚Äú arbeitest, kannst Du sehr flexibel reagieren, wenn Du Dein Kind unterbringen musst ‚Äď auch bei Krankheit!

Verkäufer/in

  • Eine Lehre zum Verk√§ufer/Verk√§uferin ist bei Teilzeit-Azubis ebenfalls sehr beliebt. Die Aufgaben umfassen beispielsweise das Einsortieren und Auff√ľllen von Waren, die Kundenberatung und das Kassieren. Der gr√∂√üte Vorteil dieser Ausbildung ist, dass Du sie innerhalb von zwei Jahren absolvieren kannst. Au√üerdem stehen die Chancen auf eine Lehrstelle und sp√§ter einen Job sehr gut, denn freundliche und zuverl√§ssige Verk√§ufer werden nahezu immer und √ľberall gesucht.

Deine Rechte und Pflichten bei einer Ausbildung mit Kind

Wenn Du eine Ausbildung absolvierst und schwanger wirst oder bereits Mutter bist und eine Ausbildung startest, dann hast Du besondere Rechte und Pflichten. In der Schwangerschaft ist körperliche Anstrengung beispielsweise zu vermeiden. Ab dem sechsten Monat Deiner Schwangerschaft darfst Du deshalb nicht mehr länger als vier Stunden pro Tag stehen und prinzipiell nicht mehr als acht Stunden arbeiten.

Im Gegenzug bist Du unter anderem verpflichtet, Deinen Ausbildungsbetrieb so fr√ľh wie m√∂glich dar√ľber zu informieren, dass Du Nachwuchs erwartest. Auszubildende mit Kind k√∂nnen bei Krankheit ihrer Kleinen 20 Tage pro Jahr freigestellt werden. Jedoch ist es auch hier wichtig, dass die Kommunikation mit der Lehrst√§tte gut und z√ľgig funktioniert.

Mutterschutz während der Ausbildung

Der Mutterschutz f√ľr Auszubildende (und auch grunds√§tzlich) greift sp√§testens sechs Wochen vor der Geburt. Das bedeutet, dass Du in dieser Zeit von der Arbeit befreit bist und fr√ľhestens wieder acht Wochen nach der Entbindung die Arbeit fortsetzen musst. In dieser Zeit bekommst du Mutterschaftsgeld ausgezahlt. Doch bereits vor diesen sechs Wochen vor Entbindung kann es sein, dass Du den Mutterschutz in Anspruch nehmen kannst. Alles, was Deine oder die Gesundheit Deines Kindes gef√§hrden k√∂nnte, ist schlie√ülich zu vermeiden. Dein Ausbildungsbetrieb muss Dir in dieser Hinsicht entgegenkommen, etwa Dich in anderen Abteilungen einsetzen, Dir eine Liege zum Ausruhen zur Verf√ľgung stellen oder eine Schwangerschaftsvertretung f√ľr Dich finden.

Finanzielle Unterst√ľtzung bei einer Ausbildung mit Kind

M√ľttern und V√§tern, die ihr Kind in den ersten Lebensmonaten selbst betreuen, steht Elterngeld zu. Auch Auszubildende haben einen Anspruch darauf. Falls Du noch minderj√§hrig und in Ausbildung bist, haben sowohl Du als auch Dein Kind einen Anspruch auf Kindergeld. Bei Eltern, die nicht viel verdienen, ist sogar noch ein Kinderzuschlag drin. Au√üerdem ist der Vater des Kindes verpflichtet, f√ľr seinen Spr√∂ssling wie auch die Kindsmutter Unterhalt zahlen. Tut er das nicht, kannst Du als Alleinerziehende beispielsweise einen Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt beantragen. Zudem kannst Du Ausbildungsf√∂rderung bekommen. Junge M√ľtter in Ausbildung k√∂nnen w√§hrend ihrer Lehre au√üerdem einen pauschalen Kinderbetreuungszuschlag zu ihrem Bedarfssatz beantragen. M√∂chtest Du noch mehr √ľber Deine finanziellen M√∂glichkeiten erfahren? Dann wirf einen Blick in unseren Ausbildungsguide zum Thema Finanzen f√ľr Azubis.