Ausbildungsnachweis: So schreibst Du Dein Berichtsheft


Für die meisten Azubis hört hier der Spaß auf – das nervige Berichtsheft. So richtig Lust hat keiner auf das genaue Dokumentieren, aber ohne den schriftlichen Teil wirst Du nicht zur Abschlussprüfung zugelassen. Mit diesen Tipps von azubify.de geht Dir das Schreiben des Berichtsheftes deutlich leichter von der Hand!

Irgendwie stöhnen alle Azubis darüber: Das Führen des Berichtsheftes gilt als lästiges Muss. Mit dem Ergebnis, dass es dann einmal im Monat knüppeldicke kommt und man ewig darüber brütet. Es gibt sogar Geschichten, in denen komplette Hefte in Nacht- und Nebelaktionen kurz vor Ausbildungsschluss entstanden sein sollen…

Warum ein Berichtsheft?

Die „schlechte“ Nachricht zuerst: Der sogenannte Ausbildungsnachweis ist laut Berufsbildungsgesetz Pflicht – ohne Berichtsheft kannst Du Deine Ausbildung nicht erfolgreich abschließen. Denn hier wird dokumentiert, was Du in Deinem Betrieb gelernt hast – und zeigt somit, ob Dir alle wichtigen Ausbildungsinhalte auch wirklich vermittelt worden sind. Für den Azubi ist das Berichtsheft auch dann ein wichtiges Dokument, wenn etwas schieflaufen sollte.

Außerdem kann Dir das Berichtsheft richtig gute Dienste bei der Prüfungsvorbereitung leisten! Schließlich hast du so alle wichtigen Ausbildungsinhalte auf einen Blick: Arbeiten und Themen im Betrieb und in der Berufsschule, weitere Informationen zu Unterweisungen, Schulungen und Präsentationen im Unternehmen. Eine echt klasse Fundgrube für Infos also! Kein Wunder, dass das Berichtsheft bei einer dualen Ausbildung verpflichtend ist.

Wie fange ich an?

Viele schieben das Schreiben des Berichtsheftes vor sich her, weil sie unsicher sind, was sie genau angeben sollen – und wie. Lieber ganze Sätze oder doch Stichworte? Was ist wichtig – und was kannst Du weglassen? Und: Musst Du das auch noch in Deiner wenigen Freizeit machen?

Der Berichtszeitraum erstreckt sich über das Ausbildungsjahr. Und hier kommt die gute Nachricht: Dein Betrieb ist laut Gesetzgeber verpflichtet, Dir die nötige Zeit für das Führen des Berichtsheftes während der Arbeitszeit einzuräumen. Sprich also hier am besten mal mit Deinem Ausbilder darüber, wie und wann das am besten funktioniert. Hier kann es nämlich interne Vorgaben je nach Berufsbranche geben, ob Du das Berichtsheft täglich oder wöchentlich führen sollst. Bei technischen Ausbildungen ist es oftmals täglich sinnvoller, bei kaufmännischen Berufen wird der wöchentliche Bericht bevorzugt. Da der Ausbilder das Heft regelmäßig abzeichnen muss, solltest Du ihn mit einbeziehen. Das kann Dir die Arbeit massiv erleichtern. Bei Minderjährigen müssen auch die Erziehungsberechtigten unterschreiben.

Inhalte für das Berichtsheft

Zur Form lässt sich sagen – so knapp wie möglich und so viel wie nötig. Reine Stichworte sind meist zu wenig aussagekräftig, geh ein wenig mehr ins Detail. Also statt „Buchhaltung“ notiere lieber, in welchem Programm Du arbeitest, wie Du Datensätze buchst und was dabei wichtig ist oder wo Fehler auftreten können.

Bei der inhaltlichen Umsetzung Deines Berichtsheftes lautet die Devise: Führe alle wichtigen und ausgeführten Tätigkeiten auf und zwar mit Angabe darüber, wie lange eine Aufgabe gedauert hat. Wenn Du Angst hast, dass das zu wenig Input sein könnte, dann brauchst Du dir keine Sorgen zu machen. Weitere erwünschte Inhalte sind nämlich: Die Beschreibung einer genutzten Maschine oder von den verwendeten Computerprogrammen. Ebenso kann es sinnvoll sein, den Arbeitsplatz zu beschreiben oder die Warengruppen in Deinem Betrieb genauer zu erläutern. Ja, sogar die Kooperation mit den Kollegen ist erwähnenswert!

Vorsorgen!

Und weil man bei neuen Aufgaben schnell etwas nervös sein kann, sind kleine Notizen, z.B. ins Smartphone oder eine Kladde, extrem nützlich, damit Du hinterher nicht über einem leeren Blatt brütest. Nicht vergessen: Die Inhalte der Berufsschultage sind ebenfalls zu erwähnen!

Apropos: In manchen Fällen lässt sich das Berichtsheft für die Ausbildung auch mit Fotos oder Skizzen auflockern, gerade bei technischen Sachverhalten bietet sich so etwas an. Ein gutes Gimmick stellen Vorher-Nachher-Dokus dar.

Kreativität ist übrigens kurz vor der Abgabe des Berichtsheftes nochmal gefragt. Denn um es vollständig abzugeben, musst Du noch ein Deckblatt anfertigen. Vielleicht bindest Du hier das Firmenlogo ein? Und bitte den Ausbildungsverlauf nicht vergessen, ohne ist das Berichtsheft nicht komplett!

Checkliste mit ultimativen Tipps für das Berichtsheft:

  • Besprich mit Deinem Ausbilder, ob Du eine bestimmte Vorlage verwenden sollst. Hat der Betrieb kein Lieblingsmuster, findest Du auf den Seiten der Industrie- und Handelskammer Vorlagen für den Ausbildungsnachweis.
  • Überleg Dir, ob Du das Berichtsheft lieber schriftlich oder elektronisch führst. Inzwischen gibt es nämlich sogar Online-Vorlagen für das Berichtsheft. Ebenso erleichtern zahlreiche Apps das Führen der Berichtshefte. Bitte aber unbedingt mit Deinem Ausbilder abstimmen, ob ein digitales Berichtsheft ok ist!
  • Plane am besten täglich 5-10 Minuten für das Schreiben ein – bei einem wöchentlichen Protokoll sollten es ca. 15-20 Minuten sein.
  • Mach Dir Notizen bei Einweisungen.
  • Schreib am besten so, als würdest Du den Tag oder Ablauf einem Freund erzählen. Hast Du Fachbegriffe gelernt, dann ist das top. Mit der Verwendung kannst Du punkten!
  • Verabrede Dich einmal im Monat mit Deinem Ausbilder, damit er das Heft durchsieht und unterschreibt.
  • Vervollständige das Heft vor der finalen Abgabe: Neben den täglichen oder wöchentlichen Ausbildungsnachweisen brauchst Du ein Deckblatt und den Ausbildungsverlauf.

Geschafft? Exzellent! Dann steht Deiner Zulassung für die Abschlussprüfung nichts mehr im Wege- toi, toi, toi!

 

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