Übernahmegespräch nach der Ausbildung – die wichtigsten Fragen und Tipps


Übernahme nach der Ausbildung

Du stehst kurz vor dem Ende Deiner Ausbildung und es steht bald das Übernahmegespräch an? Dann ist der erste Schritt schon getan. Einige Monate vor Ausbildungsende sollte ein solches Gespräch stattfinden. Normalerweise wird Dein Ausbilder ein solches Gespräch entsprechend früh ansetzen. Es ist aber auch Dein gutes Recht, dass Du dieses Gespräch selbst erfragst. Dass Du Dir vor dem Übernahmegespräch Fragen stellst, ist nur natürlich. Und auch wichtig, tatsächlich hilft es Dir, wenn Du Dir über ein paar Dinge Gedanken machst.

Übernahmegespräch vorbereiten – der Leitfaden für dein Gespräch mit dem Chef

Du machst Dir das Leben leichter, wenn Du Dich auf das Übernahmegespräch vorbereitest. Eine der entscheidenden Fragen ist, ob Du überhaupt bleiben möchtest. Das Gespräch wird besonders kompliziert, wenn Du nicht bleiben möchtest, aber auch noch kein neues Angebot hast. Grundsätzlich wirst Du normalerweise nach dem Verlauf Deiner Ausbildung gefragt. Typische Fragen sind:

  • Was lief in der Ausbildung gut?
  • Was kann der Ausbildungsbetrieb vielleicht auch besser machen?
  • Was sind die eigenen Stärken und Schwächen?
  • In welcher Abteilung möchtest Du nach der Ausbildung arbeiten?
  • Was hat Dir besonders viel Spaß gemacht?
  • Wie stellst Du Dir die nächsten Jahre Deines Berufslebens vor?
  • Gibt es schon Kontakte zur gewünschten Fachabteilung?
  • Gibt es Alternativen, wie Du eingesetzt werden könntest?

Will ich überhaupt für meine Ausbildung übernommen werden?

Diese Fragen werden oftmals so oder anders gestellt, damit festgestellt werden kann, ob Du passend im Unternehmen eingesetzt werden kannst. Daher solltest Du Dir diese Fragen frühzeitig stellen und Dich in Ruhe und ehrlich damit auseinandersetzen. Dabei gibt es weniger richtige oder falsche Antworten, es gibt nur passende und weniger passende Antworten. Verstellst Du Dich oder bist nicht ehrlich, wirst Du wahrscheinlich beruflich nicht glücklich.

Wichtige Fragen für das Übernahmegespräch

Auch Du solltest Dir ein paar eigene wichtige Fragen für diesen Termin zurechtlegen oder Dich im Vorfeld selbst darüber erkundigen. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Gibt es eine erneute Probezeit nach der Übernahme in den Betrieb?
  • Wie ist Deine Kündigungsfrist nach der Übernahme?
  • Wobei handelt es sich bei der sogenannten Weiterbeschäftigung oder Weiterarbeit?
  • Wann ist die Übernahme nach der Ausbildung rechtskräftig, ist Deine Übernahme sicher?
  • Wie ist das Gehalt bei einer Übernahme nach der Ausbildung?
  • Welche Aufgabenbereiche wirst Du nach einer Übernahme in die Festanstellung haben?
  • Wann erhältst Du Deinen Arbeitsvertrag?

Tipps für das Übernahmegespräch

Du kannst beim Übernahmegespräch nicht falsch antworten. Aber es macht einen schlechten Eindruck, wenn Du schlecht vorbereitet bist. Gerade wenn Du bleiben möchtest, solltest Du Dich gut vorbereiten. Mach Dir Gedanken über Deine Ansprüche im Bereich Gehalt und Arbeitszeiten. Das sind auch Fragen, die Dir gestellt werden, wenn Du übernommen werden sollst. Mach Dich aber auch nicht verrückt, Dein Ausbilder kennt Dich bereits, da wirst Du in einer halben Stunde kaum den Eindruck komplett verändern. Dennoch gilt, dass Du zum Übernahmegespräch gut gekleidet erscheinen solltest. Selbst wenn der Kleidungsstil sonst sehr leger ist, schadet etwas schicker hier sicher nicht und zeigt, dass Du Dir Gedanken machst und das Gespräch ernst nimmst.

Soll ich eine Übernahme nach der Ausbildung ablehnen?

Wenn Du bereits eine andere Stelle hast, solltest Du dies begründen. Dazu zwingt Dich zwar niemand, aber man sieht sich immer zweimal im Leben und es ist besser, sich im Guten zu trennen. Der beste Grund ist, dass Du Dich beruflich verändern möchtest – das trifft es meist und hilft dem Vorgesetzten.

Möchtest Du gerne in einem anderen Unternehmen arbeiten – aus welchen Gründen auch immer –, aber noch keine andere Zusage in der Tasche haben, kann es sinnvoll sein, dennoch erst einmal bei Deinem Ausbildungsbetrieb anzufangen, wenn dieser Dich gern übernehmen will. So kannst Du direkt Berufserfahrung sammeln und Dich im Nachhinein immer noch nach einer Alternative umsehen. Zudem wird es positiv in Deinem Lebenslauf auffallen, wenn Dein Ausbildungsbetrieb Dich direkt übernommen hat.

So läuft ein Übernahmegespräch ab

Etwas Sicherheit kann es Dir geben, wenn Du weißt, wie das Gespräch abläuft. Klassischerweise laufen solche Gespräche ähnlich ab. Wenn Du mit Deinem Vorgesetzten oft zusammenarbeitest, ist das Gespräch häufig etwas lockerer, als wenn ein Vorgesetzter kommt, den Du sonst kaum siehst. Ein gutes Übernahmegespräch findet in einem ruhigen Büro statt. Das beginnt in der Regel damit, dass zu Beginn etwas Small Talk über die letzten Tage im Betrieb oder die Vorbereitung auf die Prüfung gemacht wird.

Danach wirst in der Regel erst Du gefragt, wie Du die Situation siehst, bekommst dann aber auch Feedback zu Deinen Leistungen. Wenn Du dieses nicht bekommst, dann frag nach, wie Dein Vorgesetzter die Situation sieht. Normalerweise sollte aber ein Dialog stattfinden. Nachdem die Situation besprochen wurde, geht das Thema dann zur Übernahme. Hier erfährst Du, ob man Dich übernehmen möchte und Du wirst gefragt, ob Du übernommen werden willst. Es ist sinnvoll, schon vor dem Gespräch in der Abteilung die Ohren offen zu halten, dann weißt Du normalerweise, ob Du eine gute Chance hast oder nicht. Interessant ist auch die Info, ob Auszubildende in dem Betrieb in den meisten Fällen übernommen werden oder eher nicht.

Wenn Du und Dein Ausbilder sich einig sind, dann geht es an die Verhandlungen zum Arbeitsvertrag. Diese können schon beim Übernahmegespräch geführt werden, manche Unternehmen vertagen diese aber auf ein anderes Mal. Sei aber in jedem Fall lieber auch darauf vorbereitet und mach Dir schon mal Gedanken über Gehaltswünsche und mögliche Arbeitszeiten.

Notizen während des Übernahmegesprächs

Möchtest Du auf Nummer sicher gehen, dann mach Dir übrigens ruhig ein paar Notizen während des Gesprächs, um die wichtigsten Absprachen schriftlich festzuhalten – zwar sind auch mündliche Vereinbarungen zwischen Dir und Deinem Chef bindend, aber so kannst Du im Zweifelsfall noch auf eine kleine Zusammenfassung zurückgreifen.