Wie wichtig sind gute Noten für Deine Ausbildung?


Wie wichtig sind Schulnoten für Deine Ausbildung

Gute Noten, schlechte Noten – wie wichtig sind sie für Ausbildungsbetriebe?

Wer fürchtet sie nicht, die berühmten „Giftzettel“, die bald wieder verteilt werden? Denn ob es die kniffelige Klassenarbeit in Mathe oder das schwierige Aufsatzthema in Deutsch war – eine schlechte Note kann den Durchschnitt im jeweiligen Fach und damit auch die Zeugnisnote ziemlich herunterziehen. Doch gerade die Halbjahreszeugnisse sind für all jene wichtig, die im Herbst eine Ausbildung beginnen möchten. Denn die fügst Du Deiner Bewerbungsmappe schließlich bei.

Was aber tun, wenn die Noten eindeutig verbesserungswürdig sind? Erst einmal nicht verzweifeln, denn Dreien oder auch mal eine Vier sind heute kein K.O.-Kriterium mehr bei einer Bewerbung.

Schulnoten sind nicht alles, was zählt. Wir sind der Meinung, dass Du uns am besten mit Deinem Talent, Deinem Engagement und Deiner Persönlichkeit überzeugen kannst“, sagt zum Beispiel auch Christiane Weiterer in der Ausschreibung für eine Ausbildungsstelle zum/zur IT-Systemkaufmann/-frau bei der Deutschen Telekom in Hannover ab September 2017.

Und mit dieser Einstellung ist sie nicht allein:  Die Bahn hat die Vorauswahl über Schulnoten bei Bewerbern um einen Ausbildungsplatz oder ein Duales Studium beispielsweise schon vor einigen Jahren abgeschafft. Stattdessen hat sie einen Online-Test für alle künftigen Azubis eingeführt, in dem sie ihr Können unter Beweis stellen sollen.

Alle Schüler bekommen damit die gleiche Chance. Wir konzentrieren uns statt auf Schulnoten auf die persönlichen Stärken des Bewerbers. Nicht die Bestnoten, sondern soziale und kognitive Kompetenzen sind entscheidend für einen erfolgreichen Berufsweg…“, sagte DB-Personalvorstand Ulrich Weber dazu.

Denn was nützen die ganzen Einsen, wenn Du praktisch nicht überzeugen kannst oder Probleme hast, dich im Team zu integrieren? Damit du aber überhaupt zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wirst, um die Firmenchefs von deinen Vorzügen überzeugen zu können, solltest Du unbedingt versuchen, mit einer hervorragenden Bewerbung zu glänzen.

Überzeuge mit einer guten Bewerbung

  • ein fehlerfreies Anschreiben
  • ein lückenloser Lebenslauf
  • Praktikumsbelege und -beurteilungen
  • Zeugnisse (meist das letzte Halbjahreszeugnis)

Ist diese Hürde genommen und Du wirst zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, kannst du mit Deinem Wissen zum Unternehmen und dem Berufsbild überzeugen. Informiere Dich vorher gut darüber! Viele Firmen haben die wichtigsten Infos zu ihrem Betrieb auf  ihrer Website stehen. Dort kannst Du alles nachlesen.

Wichtig ist, sagen die Experten, dass Du beim Bewerbungsgespräch in jedem Fall mit offenen Karten spielst. Verheimliche Deine Noten nicht und versuche auch nicht, die Situation schön zu reden. Erkläre lieber, warum es in Geografie oder Geschichte nur eine Vier geworden ist, wie Du mögliche Defizite im Laufe der Ausbildung verbessern möchtest oder welche anderen Stärken Du hast!

Noten sind nicht alles – vernachlässigen solltest Du sie aber dennoch nicht!

Was natürlich nicht heißt, dass Du ab sofort die Füße in der Schule hochlegen sollst. Unternehmen, die gar nicht auf Noten schauen, sind noch immer nicht in der Mehrzahl. Und es wäre doch ärgerlich, wenn ein in allen anderen Bereichen gleich guter Bewerber bevorzugt wird, nur weil Du Dich in Geschichte nicht angestrengt hast, oder?

Auch während der Ausbildung wird übrigens niemand mit seinen schlechten Noten alleine gelassen. Bei den regionalen Handwerkskammern gibt es beispielsweise besondere Förderprogramme, sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen (abH). Mehr dazu erfährst Du auch in unserem Ausbildungsguide “Organisatorisches – diese Stellen sind für Dich zuständig“. Sie sind für Jugendliche gedacht, bei denen das Erreichen des Ausbildungszieles in Frage steht. Sei es wegen schulischer oder sprachlicher Defizite oder Problemen im sozialen Umfeld.

Dort kannst Du einen Antrag stellen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Auszubildende, die in der Berufsschule in der Theorie Unterstützung benötigen
  • Lernbeeinträchtigte Auszubildende
  • Sozial benachteiligte Lehrlinge
  • Azubis mit Sprachschwierigkeiten