Dein Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch azubify

Der erste Schritt ist getan. Du hast Deine Bewerbung abgeschickt und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt geht es in die nächste Runde. Nicht selten entscheidet sich hier Deine berufliche Zukunft, darum ist die richtige Vorbereitung wichtig. Hier erfährst Du alles, was Du für Dein Bewerbungsgespräch wissen musst.

Wie läuft ein Bewerbungsgespräch ab?

Der erste Eindruck zählt. Vielen Personalern zufolge kann sich bereits in den ersten 90 Sekunden entscheiden, ob Du den Ausbildungsplatz bekommst oder nicht. Daher ist es umso wichtiger, Dich von Anfang an von Deiner besten Seite zu zeigen.

Generell dauern Bewerbungsgespräche zwischen 30 bis 60 Minuten. Je länger das Gespräch geht, desto höher sind Deine Chancen auf eine Zusage. Auch wenn sich die Gespräche voneinander unterscheiden, folgen sie in der Regel einem bestimmten Muster.

Begrüßung und Vorstellung

Das Treffen beginnt mit der Begrüßung. Hier solltest Du offen und freundlich auf den Personaler zugehen. Für Sympathiepunkte sorgen ein kurzer, fester Händedruck, Blickkontakt und ein Lächeln. Du stellst Dich mit Vor- und Nachnamen vor. Anschließend folgt der Smalltalk. Beliebte Themen sind Fragen nach der Anreise und Plaudern über das Wetter. Der Smalltalk soll das Eis brechen und Dir dabei helfen, Dich zu entspannen.

Anschließend folgt das Kennenlernen. Hier kannst Du mit Natürlichkeit, Herzlichkeit und einer kleinen Selbstpräsentation, die Du vorher zu Hause vorbereitet hast, punkten. Wenn der Personaler das Unternehmen vorstellt, solltest Du genau zuhören, um für spätere Fragen gewappnet zu sein, aber auch, um Dir selbst Fragen zu überlegen. Notizen machen ist hierbei erlaubt, aber vor allem solltest Du einen interessierten Eindruck erwecken. Vermeide es, durch Deine Körpersprache falsche Signale auszusenden. Verschränkte Arme und Beine, ein herumwandernder Blick, ein nervöses Wippen mit den Füßen oder das Trommeln mit den Fingern – all das kann Desinteresse und Ungeduld vermitteln und damit zu einem schlechten Eindruck führen.

Tipp: Findet das Gespräch mit mehr als einem Personaler statt, beziehe alle in das Gespräch ein, suche den direkten Blickkontakt und vergiss nicht, zu lächeln.

Häufige und überraschende Fragen

Jetzt wird es ernst, denn auf das Kennenlernen folgen fachliche Fragen. Neben einem sympathischen Auftreten solltest Du nun auch mit fachlichem Wissen punkten können. Wenn Du Praktika absolviert oder Wahlfächer in der Schule besucht hast, die wichtig für das Unternehmen sein könnten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um das noch einmal zu erwähnen. Auch außerschulische Aktivitäten, die in den Bereich deiner Wunschausbildung fallen, gehören hierher. Bewirbst du dich zum Beispiel um einen Ausbildungsplatz als Mediengestalter und hast zu Hause am PC bereits einige Webseiten gestaltet, solltest du das an dieser Stelle erwähnen. Das zeigt Dein Engagement und Deine Begeisterung für Deinen zukünftigen Beruf.

Fachliche Fragen zum Berufsfeld, die auftauchen können, sind:

Wichtige Fragen beim Vorstellungsgespräch

Auf Fragen dieser Art solltest Du Dich einstellen und die Antworten darauf schon vorbereitet haben. Ehrlichkeit ist hier das Wichtigste, vor allem wenn es um Dein Interesse und Deine Vorstellungen über Deinen zukünftigen Ausbildungsplatz geht. Bei Fragen, die auf das Unternehmen abzielen, solltest Du Dich im Vorfeld informiert und die Gründe für Deine Bewerbung herausgearbeitet haben. Ist es der enge Kundenkontakt, der Dich reizt? Die kreative Freiheit bei der Umsetzung der Aufgaben? Die Aufstiegschancen nach der Ausbildung? Ein Praktikum, das Du in den Ferien im Unternehmen absolviert hast? Wie auch immer die Antwort lautet, sei ehrlich, lobe das Unternehmen, präsentiere deine Stärken, aber verbiege Dich nicht, nur um diesen Job zu bekommen. Personaler merken das.

Wichtig! Zu diesen Themen darf Dich Dein Arbeitgeber nicht befragen:

Vorstellungsgespräch - danach darf Dein Arbeitgeber NICHT fragenWomit Du aber durchaus rechnen kannst, sind Fragen und Kommentare zu Deinen Online-Aktivitäten. Hier kannst Du es Dir mit öffentlichen Partyfotos auf Facebook und Tweets, die nur so vor fehlender Motivation und Gemecker strotzen, selbst verderben. Achte also schon vor Deiner Bewerbung auf ein sauberes Online-Profil. Oder stelle zumindest die Bilder von der letzten Party auf privat.

Eigeninitiative zeigen

Zum Abschluss des Gesprächs darfst Du selbst Fragen stellen. Wer diese Möglichkeit nicht nutzt, suggeriert Desinteresse oder mangelhafte Vorbereitung. Im Idealfall hast Du Dir bereits vor dem Bewerbungsgespräch Fragen zum Unternehmen, zum Ausbildungsplatz oder zum beruflichen Alltag überlegt. Vielleicht ist Dir aber auch während des Gesprächs die eine oder andere Frage eingefallen, die Du nun gerne stellen möchtest. Das ist Deine Chance. Und sollte Dir trotz allem nichts einfallen, kannst Du den Personaler an dieser Stelle zumindest bitten, Dich durch die entsprechende Abteilung zu führen.

Die Verabschiedung

Die Verabschiedung läuft ähnlich wie die Begrüßung ab: ein fester Händedruck, ein Lächeln und der Blickkontakt. Aber auch hier gibt es Stolperfallen. Das Gespräch ist vorbei, der Druck fällt von Dir ab und Du fängst an zu plappern oder gibst Dinge von Dir preis, die Du besser für Dich behalten solltest. Bloß nicht! Bedanke Dich lieber für das nette Gespräch, betone noch einmal Dein Interesse daran, in diesem Unternehmen Deine Ausbildung zu beginnen und verabschiede Dich mit einem herzlichen Lächeln.

Stärken und Schwächen – was wollen Arbeitgeber wirklich hören?

Eine der beliebtesten Fragen im Vorstellungsgespräch ist die nach den Stärken und Schwächen. Nun wird es heikel, denn einerseits solltest Du ehrlich sein, da der Personaler schnell merkt, wenn Du ihm etwas vorflunkerst oder nur die typischen Standardantworten ablieferst. Andererseits möchtest Du Dich nicht selbst in ein schlechtes Licht rücken. Diese Antworten gilt es daher besonders gut vor dem Gespräch vorzubereiten.

Tipp: Verwende keine Standardsätze auf die Frage nach den Schwächen, mit denen Du diese angeblichen Schwächen zu Stärken machst, zum Beispiel im Falle von Perfektionismus oder wenn Du vorgibst, ein Workaholic zu sein.

Das Wichtigste ist es, authentisch zu bleiben. Nenne also ruhig eine Schwäche von Dir, aber kombiniere sie mit etwas Positivem. Vielleicht ist Dein Englisch nicht das Beste, aber Du belegst einen Kurs, um Deine Sprachkenntnisse zu verbessern. Welche Schwäche Du auch nennst, Du solltest Deinem zukünftigen Arbeitgeber gleichzeitig deutlich machen, dass Du bereit bist, daran zu arbeiten. Das zeigt ihm oder ihr nicht nur, dass Du zu Deinen Schwächen stehen kannst, sondern auch, dass Du genau die Motivation und das Engagement mitbringst, das sie für diese Ausbildungsstelle suchen.

Das passende Outfit für Dein VorstellungsgesprächKleidung beim Vorstellungsgespräch

Der erste Eindruck ist entscheidend, darum solltest Du Dir das Outfit für Dein Vorstellungsgespräch gut überlegen und es vorher anprobieren. Am Wichtigsten ist, dass Du Dich darin wohlfühlst.
Beim Vorstellungsgespräch geht

es darum, Dich selbst zu verkaufen – und nicht, Dich zu verkleiden.

Am besten informierst Du Dich vorher gründlich über das Unternehmen und die dort vorherrschende Kleiderordnung. Im Idealfall kannst Du den Kontakt zu einem Mitarbeiter herstellen und direkt nachfragen. Denn je nach Unternehmen kann sich der Dresscode gravierend unterscheiden. In Banken und im Managementbereich ist konservative Kleidung in Form von Anzügen und Kostümen Pflicht. In anderen Branchen und besonders bei jungen Start-ups darf es ruhig etwas lockerer zugehen.

Je nach Unternehmensart und Branche solltest Du Dein Outfit wählen. Generell gilt: Lieber overdressed, als dem Personaler in löchriger Jeans und alten Sneakers gegenüberzusitzen. Ganz besonders, wenn dieser einen Businessanzug trägt.

Der klassische Look ist auch heute noch ein beliebter Favorit: Für Frauen besteht er aus einer weißen, nicht zu engen Bluse, einem schwarzen knielangen Rock mit Strumpfhose oder einer schwarzen Hose, und Schuhe mit Absatz. Aber Vorsicht: Keine High Heels und auch nicht die Pumps, die Du nur einmal im Jahr anziehst und in denen Du nicht richtig laufen kannst.

Bei Männern setzt sich der klassische Look aus einem weißen oder blauen Hemd, einem Anzug mit der dazu passenden Krawatte, dunklen Socken und blank polierten Schuhen zusammen.

Accessoires wie Uhren, Gürtel, Ketten und Ohrringe sollten den Gesamteindruck unterstreichen, jedoch nicht die Blicke auf sich ziehen.

Das solltest Du bei Deinem Outfit unbedingt vermeiden:

  • Minirock
  • Weiße Socken zu Sandalen
  • Zu viel Dekolleté
  • Durchsichtige Oberteile
  • Ungebügelte, zerknitterte Kleidung
  • Dreckige Schuhe
  • Eine zu kurze oder zu lange Krawatte
  • Freizeitkleidung
  • Zu viel Schmuck
  • Laufmaschen in Strumpfhosen
  • Zu enge, zu kleine oder zu große Kleidung
  • Flip Flops, Sneakers, Turnschuhe
  • Ungewaschene, unfrisierte Haare

Wichtig ist, dass Du einen gepflegten und kompetenten ersten Eindruck erweckst. Trägst Du dazu auch Kleidung, die zum firmeninternen Dresscode passt, hast Du die erste Hürde schon überwunden.

Vorbereitung ist alles – mit diesen Tipps bist du bestens gewappnet!

Das Unternehmen

Informiere Dich im Internet über das Unternehmen, seine Geschichte, den Geschäftsführer, die einzelnen Abteilungen, die Kunden, die Produkte und die Firmenphilosophie. Du musst nichts davon auswendig lernen, solltest aber wissen, mit wem Du es zu tun hast und auf entsprechende Fragen richtig antworten können.

Insbesondere solltest du Dich auch über die ausgeschriebene Stelle informieren. Wie wird die Ausbildung ablaufen? Wie lange dauert sie? Wie viele Stunden pro Woche verbringst Du im Unternehmen und wie viele in der Berufsschule? Wie werden Deine Aufgaben aussehen? Auf all diese Fragen solltest du die nötigen Antworten parat haben. Falls Du keine weiterführenden Informationen dazu findest, notiere Dir diese Punkte, damit Du im Vorstellungsgespräch danach fragen kannst.

Dein Auftritt

Finde heraus, wie der Dresscode im Unternehmen ist und stelle Dir verschiedene Outfits zusammen. Probiere sie vor dem Spiegel an, lass Dir Feedback von Familie und Freunden geben und stelle sicher, dass Du Dich darin wohlfühlst. Sorge dafür, dass alles am Tag vor dem Vorstellungsgespräch sauber, gewaschen und gebügelt ist. Frauen sollten auf ein dezentes, natürliches Make-up setzen und genau wie Männer sparsam mit Parfum umgehen.

Neben Deinem Äußeren solltest Du auch Deine Selbstpräsentation vorbereiten. Der Personaler leitet sie meist mit den Worten „Dann stellen Sie sich doch mal vor“ oder „Erzählen Sie uns etwas über sich“ ein. An diesem Punkt darfst Du nicht in Schockstarre verfallen, sondern sollst einen kurzen Überblick über Dich und Dein Leben geben. Dieser sollte nicht länger als zwei bis drei Minuten dauern und Deine Stärken, erworbene Kenntnisse und Deine Motivation betonen. Am besten übst Du diese kleine Rede vorher mit Freunden oder der Familie.

Das Bewerbungsgespräch

Du hast alles über das Unternehmen gelesen, Dich über die Ausbildung informiert, kennst Deine Stärken und Schwächen und hast Dir ein Outfit zurechtgelegt? Dann wird es Zeit, Dich auf das eigentliche Gespräch vorzubereiten. Suche nach den typischen Fragen in Bewerbungsgesprächen und lege Dir passende Antworten zurecht. Sie sollten Deine Persönlichkeit und Dein Interesse an dem Ausbildungsplatz widerspiegeln, aber nicht auswendig gelernt sein. Auch hier empfiehlt es sich, das Gespräch mit verschiedenen Leuten vorher durchzuspielen, damit Du auch auf die schwierigen Fragen eine passende Antwort parat hast.

Zu guter Letzt solltest Du Dir einige Fragen notieren, die Du am Ende des Bewerbungsgesprächs stellen kannst. Damit zeigst Du Dein Interesse am Unternehmen und unterstreichst noch einmal Deinen Wunsch, hier zu arbeiten.

Kurz vor dem Termin

Einen Tag vor dem Gespräch solltest Du früh ins Bett gehen und genug schlafen. Fahre früh los, um pünktlich zu Deinem Termin zu kommen und dann setze ein Lächeln auf und gib Dein Bestes. Mit all Deinen Vorbereitungen kann es nur gut laufen.